Unser nächstes »Nachbarschaftsgespräch« am Dienstag, 16. Oktober 2018: »Heimat – was bedeutet Heimat für mich«

Unter dem Motto »Zusammenleben! Aber wie?« stellt sich das Gebrüder Schmid Zentrum der gesellschaftlichen Herausforderung, im Rahmen unseres Bürgerschaftlichen Engagements eine »Beteiligungskultur« zu entwickeln, bei der Themen des kulturellen, sozialen, inklusiven und generationenübergreifenden Miteinanders behandelt werden.
Am Dienstag, 16. Oktober 2018 lädt das Gebrüder Schmid Zentrum im Generationenhaus Heslach zum nächsten »Nachbarschaftsgespräch« ins Café Nachbarschafft alle diskussionsfreudigen Bürger*innen im Quartier herzlich ein:

Wer über das vergangene »Nachbarschaftsgespräch« etwas lesen möchte, bitte sehr – hier ein kleiner Erlebnisbericht:



Nachbarschaftsgespräch 
"Kulturelle Missverständnisse - 
welche Erfahrung habe ich gemacht"  
von Bernd Lange

Das Thema des letzten Nachbarschaftsgesprächs hieß „Kulturelle Missverständnisse“ – und es zeigte sich, dass die Diskussion durchaus auch missverständlich geführt wurde.
Doch die einleitenden appellierenden Worte von Andrea Laux „Ich rede nicht von ›man‹, sondern spreche von mir“ machten deutlich, wenn mit Achtsamkeit, mit Aufmerksamkeit, mit Respekt und mit Toleranz kontrovers diskutiert wird – in dieser Runde mit ca. 20 Teilnehmer*innen –, dann lassen sich Missverständnisse ausräumen, sie werden zu einem Verständnis für mein Gegenüber.
Einen breiten Raum in der Diskussion nahm der Punkt „Pünktlichkeit“ ein ... oder konkreter noch: „vereinbarte Termine einhalten“. Hierbei wurde sehr deutlich, dass es sehr viele kulturellen Unterschiede gibt: Was in unseren Breitengraden gang und gäbe ist, dass wir zu verabredeten Treffen und Begegnungen auch erscheinen, hat in anderen Kulturkreisen einen ganz anderen Stellenwert.
Ähnliches kam zur Sprache, als es um die „Esskultur“ ging: Besonderheiten und Eigenheiten prägen das Verhalten, wenn es ums Essen und Trinken geht. Ein plastisches Beispiel von vielen, die angesprochen wurden: Es gibt Kulturen, in denen es unhöflich ist, seinen Teller leer zu essen – dies signalisiert, dass man noch Hunger hat. Im Vergleich dazu hinterlässt in unserer Gesellschaft ein nicht leer gegessener Teller den Eindruck, es hat uns nicht geschmeckt.
Eine wirklich hitzige, dennoch immer respektvolle Diskussion ließ dann doch etwas „die Wellen hochschlagen“: Es ging um den Unterschied von ›ja‹ und ›nein‹. Die Aussage ›ja heißt ja und nein heißt nein‹ polarisierte mit der Aussage ›ja heißt nein oder vielleicht‹. Was bspw. im arabischen Raum teilweise als Sprichwort gilt, ist hier in unserem Verständnis eine Form der Respektlosigkeit der/dem Gesprächspartner*in gegenüber. Auch zeigte sich in der Diskussionsrunde, dass Menschen, die die deutsche Sprache noch nicht so richtig beherrschen, häufig aus Höflichkeit ›ja‹ sagen, weil sie eine Frage nicht richtig verstanden haben.
Mein Fazit: Es geht in den Nachbarschaftsgesprächen nicht darum, am Ende der Diskussionen einen Konsens zu erzielen ... wichtig ist, ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass in anderen Kulturkreisen ganz andere „Verhaltensmuster“ - also Gebräuche - in bestimmten Alltagssituationen bestehen. Nur wer versteht, warum mein Gegenüber anders „tickt“ als ich – und umgekehrt genauso: dass mein Gegenüber anders „funktioniert“ als er oder sie, bekommt ein Gefühl dafür, seine Mitmenschen so zu akzeptieren und zu tolerieren, dass „sie so sind, wie sie sind“.

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