Interview mit Britta Wente vom One World Chor und vom Freien Chor Stuttgart e. V.

Interview mit Britta Wente (BW), die sowohl im One World Chor als auch im Freien Chor Stuttgart e. V. – beides Initiativen des GSZ – mitwirkt und mitsingt – geführt von Sabine Böhringer (SB), Mitarbeiterin des Gebrüder Schmid Zentrums (GSZ)

SB: Was hat sich für dich/euch seit den Corona-Vorsichtsmaßnahmen verändert und wie fühlst du dich/fühlt ihr euch mit dem Stopp deiner/eurer Proben und deines/eures Engagements im Haus? Konntest du/konntet ihr Alternativen finden?

BW: Singen ist ja durch Corona ein sehr gefährlicher Zeitvertreib geworden. Daher können wir – die Chöre im GSZ – seit dem Lockdown leider nicht mehr zum Singen zusammenkommen. Uns fehlen nicht nur die gemeinsamen Singproben, sondern auch die sozialen Begegnungen im Anschluss an die Proben. Beim One World Chor sind es die Gespräche bei Kaffee und Kuchen, die wir vermissen, beim Freien Chor fehlen uns die Gespräche nach den Proben in der Südlage.
Das Generationenhaus ist für viele der Chormitglieder seit Jahren ein wichtiger Ort der Begegnung. Vor allem für SängerInnen des One World Chors, die noch nicht lange in Deutschland leben, fehlt nun ein Ort, wo sie Menschen treffen und kennenlernen oder auch Hilfe finden können. Wir versuchen so gut wie möglich, telefonisch in Kontakt zu bleiben, was über die lange Zeitdauer aber schwer aufrecht zu erhalten ist.
Mit dem Freien Chor machen wir seit einiger Zeit Zoom-Chorproben im Internet. Das hilft zwar, die Stimme zu üben, und es ist nett, die anderen zu sehen. Aber es ist kein Ersatz für wirkliches gemeinsames Singen.

SB: Hast du/Habt ihr – entgegen aller Unsicherheiten – einen Plan, wie du/ihr gerne wieder anfangen bzw. weitermachen würdet?

BW: Wir vom One World Chor sind noch unsicher und warten daher noch ab. Unter anderem auch, weil es aufgrund der kulturellen Unterschiede schwierig ist, eine einheitliche Abstandsregelung zu treffen und zu gewährleisten. Für Anfang August überlegen wir, einen Spaziergang zum Waldheim Heslach zu machen. Dann können wir im Wald singen.
Wir vom Freien Chor werden uns als ersten Schritt in kleineren Gruppen zum Singen im Freien treffen und ausprobieren, wie das Singen mit dem nötigen Sicherheitsabstand funktionieren kann. Mit dem ganzen Chor von über 30 SängerInnen wird das mit dem Sicherheitsabstand noch schwieriger. Man braucht ja auch den Platz dafür, die Akustik ist im Freien anders als in einem Raum und das Wetter muss auch noch mitspielen.

SB: Warst du/Wart ihr in Zeiten von Quarantäne und Kontaktsperre womöglich kreativ und habt Ideen entwickelt, die ihr gerne für euch bzw. im GSZ umsetzen, ja vielleicht anders als bisher machen wollt? Was wünscht du dir/wünscht ihr euch für die Zukunft an Unterstützung vom GSZ?

BW: Diese Fragen kann ich als Einzelperson nicht beantworten, da wir als Chorgruppe wegen der Situation gerade keine perspektivischen Diskussionen führen. Irgendwie ist die Corona-Situation ja eher so, dass jeder für sich im Vakuum sitzt und alles auf Eis liegt. Daher ist unser vorrangiges Ziel, Möglichkeiten zu finden, das Singen, das uns verbindet, wieder zusammen machen zu können. Natürlich wollen wir dabei die Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Das praktisch umzusetzen ist gar nicht so einfach.

SB: Was wünschst du dir/wünscht ihr euch für die Zeit nach Corona, für dein/euer Engagement und für das Café Nachbarschafft, das ja im Sommer umgebaut wird und dann – hoffentlich bald – als Offener Treff neu startet.

BW: Für das Café wünsche ich mir persönlich spontan, dass es nach der Umbauphase auch wieder das Flüchtlings-Lerncafé beherbergt. Viele Leute vermissen das Café, auch in den frühen Abendstunden. Es ist schon ein besonderer Treffpunkt im Stadtteil.

SB: Ich danke dir, liebe Britta, für das Gespräch und dein Engagement –und danke auch an die Chormitglieder, die ja durch die schönen Fotos und die Rückmeldungen auch dazu beigetragen haben.

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