Stadtteilvernetzer Stuttgart e. V.: »NetzWerkStatt« vernetzt mit vollem Erfolg

Rund 200 Teilnehmer*innen, darunter etwa 40 Initiativen, waren am 30. November 2018 auf der »NetzWerkStatt« der Stadtteilvernetzer Stuttgart e. V.  im Hospitalhof. Der Titel der Veranstaltung »Nachbarschaften in Stuttgart stärken« wurde zum Programm: Zur Vernetzung von Engagierten, Interessierten und Stadtteilinitiativen waren Gesprächsrunden, die Vorstellung des Werkzeugkoffers »MachWerk« und der «Markt der Möglichkeiten« geboten.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Schirmherr*innen Veronika Kienzle, Nicole Scholl und Eberhard Schwarz.

Zu Beginn der Veranstaltung schilderten die drei Schirmherr*innen im Interview mit Katrin Gebicke von der Bürgerstiftung Stuttgart ihre Erfahrungen und Wünsche zu Nachbarschaften in Stuttgart.
Die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte Veronika Kienzle lobte „die Vielfältigkeit an bürgerschaftlichem Engagement und Quartiersinitiativen in Stuttgart, die verstetigt und ausgebaut werden sollten“. Eberhard Schwarz, Pfarrer an der Hospitalkirche und Vorstandsvorsitzender des Forum Hospitalviertel e. V., betonte, dass „es für alle engagierten  Initiativen darauf ankommt, viel Geduld mitzubringen, um sich entwickeln zu können“. Im Klartext: Um erfolgreich zu sein, darf sich niemand entmutigen lassen, seien Idee oder Vision zu verwirklichen. Nicole Scholl, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Stuttgart, machte in der Eröffnungsrunde insbesondere auf den Werkzeugkoffer für Netzwerk- und Nachbarschaftsinitiativen »MachWerk« aufmerksam: „Ich wünsche mir, dass dieser tolle Leitfaden ganz konkret Anwendung in den Stadtteilen findet“.

Das »MachWerk« wurde von den Schauspieler*innen Karlo Müller und Sonja Kromer vom DialogTheater e. V., einer Initiative im Gebrüder Schmid Zentrum, spielerisch vorgestellt. Alias Victor und Victoria, die moderierend durch den Werkzeugkoffer begleiten, führten sie durch die zehn Kapitel des Leitfadens und stellten dabei heraus, dass es neben Erfolgen auch Herausforderungen in der Initiativarbeit geben kann. Der Werkzeugkoffer ist für all diejenigen von Nutzen, die eine Initiative gründen und erfolgreich am Leben halten wollen. Mehr als 30 ehrenamtlich Beteiligte haben dieses »MachWerk« über zwei Jahre erarbeitet. Neben konkreten Anleitungen, Tipps und Tricks enthält der Werkzeugkoffer gute Beispiele von erfolgreichen Initiativen in Stuttgart und eine auführliche Sammlung von wichtigen und notwendigen Ansprechpartner*innen.

Für alle, die eine Nachbarschafts- oder Netzwerkinitiative ins Leben rufen möchten, bietet der Werkzeugkoffer eine wertvolle Unterstützung. Erhältlich ist das »MACHWERK« beim treffpunkt 50plus Rotebühlplatz gegen eine Schutzgebühr von EUR 40,--. Anfang 2019 wird das »MACHWERK« auch online zur Verfügung stehen.

Zu sechs verschiedenen Themen, darunter „Wie baut man eine Nachbarschaftsgruppe auf?“ oder „Wie bindet man Menschen mit Behinderungen in Stadtteilprojekte ein?“, waren Impulsgeber*innen eingeladen. In Gesprächsrunden schilderten sie den Teilnehmer*innen ihre persönlichen Erfahrungen aus der Netzwerkarbeit und beantworteten Fragen aus der Praxis. Johannes Heynold berichtete in seiner Gesprächsgruppe von der Entstehung des Casa Schützenplatz e. V. im Kernerviertel. Nach Heynold muss es einen Anlass für Begegnung geben. Frank Schweizer, Vorsitzender des Vereins, pflichtete ihm bei: „Wenn man keinen Anlass hat, um die Leute anzusprechen, kommt man normalerweise nicht näher zusammen. Anders ist es, wenn es zum Beispiel ein Problem gibt, gegen das man angehen muss.“

Im anschließenden Plenum fasste Silvia Korkmaz, Geschäftsführerin des Gerberviertel e. V., die Ergebnisse der von ihr moderierten Gesprächsrunde vor den Teilnehmer*innen der »NetzWerkStatt« zusammen: „In der Nachbarschafts- und Netzwerkarbeit gibt es immer positive Erlebnisse, aber auch Stolpersteine. Man sollte an seine Ideen glauben, an sich selbst glauben und nicht aufgeben. Am Ende des Tages wird man dann auch was erreichen …“. Dies deckte sich mit der Aussage von Eberhard Schwarz, der bereits zu Beginn der Veranstaltung appellierte, den Initiativen genügend Zeit der Entwicklung zu geben.

Das Herzstück der Veranstaltung bildete der »Markt der Möglichkeiten«. Hier hatten die Stadtteilinitiativen und Nachbarschaftsgruppen die Chance, an Ständen ihre Arbeit vorzustellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Angebot wurde gut genutzt, diverse Roll-Ups aufgebaut, Flyer ausgehängt und natürlich die persönlichen Begegnungen gesucht. Für Dijana Mandaglio und Uta Weyrich von der Initiative OBENdRAUF – Denn Teilen ist das wahre Haben! gab die NetzWerkStatt die Gelegenheit, sich über ihre Arbeit auszutauschen und mit Interessierten in Kontakt zu kommen. „Für uns als noch ziemlich neue Initiative, die noch nicht so viele Leute kennen, ist die Veranstaltung eine ganz tolle Möglichkeit, um unsere Idee zu verbreiten. Wir haben sogar eine Kooperationspartnerin für unser Spendenglas gefunden“, so Weyrich.

Teilen ist das wahre Haben - leg einen OBENdRAUF.
Mit Beginn des neuen Jahres 2019 gehört das Café Nachbarschafft im Gebrüder Schmid Zentrum zu den teilnehmenden Kooperationspartnern von »OBENdRAUF-Stuttgart«.
Die Idee ist ganz einfach: Besucher*innen im Café zahlen nicht nur für ihren eigenen Kaffee oder Tee, sondern auch einen weiteren als Geschenk für Menschen, die ihn sich gerade nicht leisten können.

Für die Stadtteilvernetzer Stuttgart war die Veranstaltung ein voller Erfolg – sie sind mit dem großen Interesse seitens der Teilnehmer*innen und der vielen Kontakte, die entstanden sind, sehr zufrieden. „Wir als Stadtteilvernetzer legen großen Wert auf den Wissenstransfer und den Austausch unter den Initiativen …“, so die Vorsitzende Brigitte Reiser: „… und das ist uns mit der »NetzWerkStatt« geglückt“.


Für weitere Informationen zum Werkzeugkoffer »MachWerk« für Netzwerk- und Nachbarschaftsinitiativen geben Brigitte Reiser + Bernd Lange gerne Auskunft: kontakt@stadtteilvernetzer-stuttgart.de.

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