{"id":1254,"date":"2017-01-30T11:50:18","date_gmt":"2017-01-30T10:50:18","guid":{"rendered":"http:\/\/gebrueder-schmid-zentrum.de\/fachtagung\/?page_id=1254"},"modified":"2017-01-31T14:56:55","modified_gmt":"2017-01-31T13:56:55","slug":"protokoll-des-workshop-5","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gebrueder-schmid-zentrum.de\/fachtagung\/einleitung\/protokoll-des-workshop-5\/","title":{"rendered":"Protokoll des Workshop 5"},"content":{"rendered":"<h1>\u00a0&#8222;Offener Treff &#8211; Willkommen ohne Wenn und Aber&#8220;<\/h1>\n<h2>Wie wird der Offene Treff zum Lern- und Begegnungsort im Stadtteilzentrum?<br \/>\nMit Dr. Tho Ha Vinh, Dr. Susanne Diemer, Verena Supper, Jasmin Horber<\/h2>\n<h1>1.\u00a0\u00a0\u00a0 Ziele des Workshops<\/h1>\n<p>Methodisches Erarbeiten der M\u00f6glichkeiten und Chancen des Offenen Treffs unter dem Aspekt: \u201eWillkommen ohne Wenn und Aber\u201c \u2013 Wie wird der Offene Treff zum Lern- und Begegnungsort im Stadtteilzentrum?<\/p>\n<p><strong>Teilnehmer: 38<\/strong><\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rten:<\/p>\n<ul>\n<li>Vertreterinnen und Vertreter aus der Verwaltung (Sozialministerium, Landratsamt, Sozialamt)<\/li>\n<li>Kolleginnen und Kollegen aus der Familienselbsthilfe der M\u00fctter- und Familienzentren sowie anderer Stadtteil- und Familienzentren sowie Mehrgenerationenh\u00e4user, aus Frauenkreisen, Kinder- und Jugendh\u00e4usern<\/li>\n<li>Tr\u00e4ger der Familienbildung und der Sozialraumentwicklung (AWO, Caritas, Samariterstiftung, Siedlungswerk \u2026)<\/li>\n<li>Verantwortliche aus dem B\u00fcrgerlichen Engagement<\/li>\n<li>Freiwillig Engagierte aller Generationen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Leitfrage: Wie schaffen wir es, den Raum zu halten f\u00fcr k\u00fcnftige Entwicklungen?<\/p>\n<h1>2.\u00a0\u00a0\u00a0 Ablauf, Inhalte und Methoden<\/h1>\n<p><strong>Rahmen \/ Gestaltung des Raums:<\/strong><\/p>\n<p>Der Workshop zum Offenen Treff fand unter \u201eLive-Bedingungen\u201c statt, das hei\u00dft in einem Offenen Treff. Hierzu wurde das Foyer im 3. OG des Rathauses im Bereich zwischen Aufzug und Treppenaufgang vom M\u00fctterzentrum Stuttgart-S\u00fcd und vom M\u00fctterforum als Offener Treff hergerichtet: Mit Sofa und Sessel, Teppichen, Bambus, einem Gem\u00e4lde, liebevoll dekorierten Tischchen und einem Babycaf\u00e9-Bereich mit Decken, Fellen und Spielmaterialien. Au\u00dferdem waren an den Fenstern gro\u00dffl\u00e4chige bunte Fahnen zum Offenen Treff angebracht mit drei verschiedenen Aussagen:<\/p>\n<ul>\n<li>Im Offenen Treff halten wir den Raum f\u00fcr das, was sich entwickelt.<\/li>\n<li>Im Offenen Treff kommen wir ins Gespr\u00e4ch und teilen das Leben.<\/li>\n<li>Der Offene Treff ist ein Ort, an dem wir willkommen sind, so wie wir sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Offene Treff war w\u00e4hrend der gesamten Tagung ge\u00f6ffnet und mit Gastgeberinnen und Kinderbetreuerinnen aus dem M\u00fctterforum und dem M\u00fcze S\u00fcd besetzt. Es ging darum, auch w\u00e4hrend der Tagung au\u00dferhalb des offiziellen Programms Gelegenheiten f\u00fcr Gespr\u00e4che zu schaffen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Nachhaltigkeit \u2013 um den Raum f\u00fcr Gespr\u00e4che zu halten \u2013 wurden die Besucher und die Workshop-Teilnehmer aufgefordert, ihre W\u00fcnsche und Gedanken auf Papieranh\u00e4nger in Samenform zu schreiben. Die Frage hierzu war: \u201eWelchen Samen wollen Sie in die Zukunft s\u00e4en?\u201c Die beschrifteten Samen konnten die Besucher an einen gro\u00dfen Bambus h\u00e4ngen. Am Ende der Tagung wurden die W\u00fcnsche und Gedanken auf eine Leinwand \u00fcbertragen. Das M\u00fctterforum wird anhand dieser Methode bei verschiedenen Gelegenheiten mit den Gedanken und W\u00fcnschen weiterarbeiten.<\/p>\n<p>Die Live-Bedingungen \u2013 vor allem die Lautst\u00e4rke \u2013 stellten die Referenten und Teilnehmer z.T. vor gro\u00dfe Herausforderungen. W\u00e4hrend der Mittagspause der anderen Workshops wurde die Ger\u00e4uschkulisse so laut, dass eine Durchf\u00fchrung des Workshops im Offenen Treff nicht mehr m\u00f6glich war. Deshalb zogen alle Teilnehmer und Referenten f\u00fcr die A-Z-Abfrage und den offenen Austausch in den gro\u00dfen Sitzungssaal um.<\/p>\n<p><strong>Ablauf des Workshops<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Begr\u00fc\u00dfung durch Verena Supper<\/li>\n<li>Dialog mit Dr. Susanne Diemer<\/li>\n<li>Dialog mit Dr. Tho Ha Vinh<\/li>\n<li>Mittagessen<\/li>\n<li>Vorgelesene Geschichte: Entstehen eines Offenen Treffs<\/li>\n<li>A-Z-Abfrage zum Offenen Treff (Ergebnisse siehe Dokumentation zum Gallery Walk)<\/li>\n<li>Offener Austausch: Diskussion &#8211; Fragerunde &#8211; Erfahrungsaustausch &#8211; gemeinsames Erarbeiten der Antworten auf die Leitfragen f\u00fcr den Workshop (Ergebnisse siehe Dokumentation zum Gallery Walk)<\/li>\n<li>Gruppenarbeit: Konzeption eines Werbespots f\u00fcr den Offenen Treff<\/li>\n<li>Dreh der Werbespots<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Dialog mit Dr. Susanne Diemer:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><em>Welche pers\u00f6nlichen Erfahrungen haben Sie mit dem Offenen Treff (OT)?<br \/>\n<\/em>Ich habe den OT Mitte und Ende der 90er als private Besucherin in zwei M\u00fctterzentren kennengelernt. Damals war vieles in den M\u00fctterzentren auf eine wunderbare Art selbstgebastelt, und es war dort sehr lebendig. Die Atmosph\u00e4re war pers\u00f6nlich und offen. Als ich dann vor einigen Jahren beruflich wieder mit den M\u00fctterzentren und Generationenh\u00e4user zu tun hatte, hatte sich zwar das Erscheinungsbild ge\u00e4ndert \u2013 jetzt sind die Einrichtungen hoch professionell und es gibt keine St\u00fchle mehr vom Sperrm\u00fcll \u2013 aber die offene, herzliche Atmosph\u00e4re ist geblieben. Ich habe mich dort im Offenen Treff sofort wieder wohl gef\u00fchlt.<\/li>\n<li><em>Wie treiben Sie im Ministerium f\u00fcr Soziales und Integration den OT voran, und welche Bedeutung hat der OT als Form der Familienbildung im Land?<\/em><br \/>\nWir versuchen, die Familienbildung in Baden-W\u00fcrttemberg neu auszurichten. Im Rahmen des Programms ST\u00c4RKE, das zun\u00e4chst einen klassischen Bildungsansatz hatte, wurde der OT in die F\u00f6rderung aufgenommen. Der OT ist vom Ansatz her experimentell und an der Struktur und den Bedarfen vor Ort ausgerichtet. Dieser Ansatz wird vom Land unterst\u00fctzt, bislang kann ein bestimmter Anteil der Finanzmittel aus ST\u00c4RKE f\u00fcr den OT verwendet werden, auch um zu sehen, wie sich diese Angebote entwickeln und wie sie genutzt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der OT setzt ein gro\u00dfes Vertrauen in die Gastgeber voraus, dass das Ganze vor Ort funktioniert. Im OT soll ja fast von selbst pers\u00f6nliche Entwicklung und Bildung entstehen, ohne dass man eng definierte Bildungsziele oder Erfolgsindikatoren vorgibt wie bei einem Kurs. Der OT ist ein selbstbestimmter Raum.<br \/>\nWir wollen die F\u00f6rderung der OT im Rahmen von ST\u00c4RKE weiterf\u00fchren, die derzeitige Vereinbarung l\u00e4uft bis Ende 2018. Gleichzeitig evaluieren wir aktuell das gesamte Programm ST\u00c4RKE und schauen dabei auch, wie die\u00a0 OT sich entwickeln. Wir wissen, dass die OT nicht so leicht messbar sind, weil wir nicht nach der Anzahl der Anmeldung und \u00e4hnlich harten Faktoren schauen k\u00f6nnen und wollen. Fachlich stehen wir sehr zum OT. Ich w\u00fcnsche mir daher, dass die Evaluation dazu beitr\u00e4gt, die Diskussion um die Bedeutung der OT weiter voranzubringen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Wie messen Sie den Erfolg eines OT?<br \/>\n<\/em>Das Anliegen der Politik und damit der Verwaltung muss es ja immer auch sein, Erfolge anhand von Indikatoren zu messen, um mit dem vom Steuerzahler anvertrauten Geld verantwortungsvoll umgehen zu k\u00f6nnen. Weil man sich an die Erfolgsmessung des OT erst herantasten muss, m\u00fcssen wir sorgf\u00e4ltig mit den Mitteln umgehen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die \u00dcberlegungen von Herrn Dr. Tho Ha Vinh im gestrigen Vortrag haben mir sehr gut gefallen, also wie sich soziale Beziehungen und soziale Entwicklungen messen lassen. (Anmerkung: Ein Messfaktor f\u00fcr das Bruttonationalgl\u00fcck ist \u201eCommunity Vitality\u201c \u2013 wie viel R\u00e4ume f\u00fcr Begegnungen und den Austausch der Menschen gibt es, schafft die Gemeinde Gelegenheiten hierf\u00fcr, gibt es R\u00e4ume des Vertrauens?)<br \/>\nAus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: Es geht niemand in den Offenen Treff und kommt nicht als \u2013 um im Bild der Tagung zu bleiben \u2013 \u201egl\u00fccklicherer B\u00fcrger bzw. gl\u00fccklichere B\u00fcrgerin\u201c heraus. Der OT ist ein sozialer Ort und ich pers\u00f6nlich bin immer als sozialerer Mensch aus dem Offenen Treff herausgekommen.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><em>Sehen Sie den OT auch als ein Raum f\u00fcr den friedlichen Disput und Diskurs?<br \/>\n<\/em>Ich w\u00fcrde sogar das \u201eauch\u201c in Ihrer Frage streichen. OT sind origin\u00e4r Orte des Diskurses, des Disputes und des Zusammenkommens. In den OT sollen nicht nur Menschen mit denselben Erfahrungen und im selben Alter kommen, sondern dort soll Begegnung und auch ein Reiben und Streiten stattfinden. Wenn das nicht so w\u00e4re, h\u00e4tte der OT wahrscheinlich eines seiner Ziele verfehlt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Denn der OT ist nicht nur ein supernettes Caf\u00e9, sondern dort werden im Unterschied zu anderen Caf\u00e9s ganz unterschiedliche Menschen durch die Gastgeberin zusammengebracht. Wenn diese Besucher anfangen zu diskutieren und zu streiten, dann ist es richtig lebendig und es passiert etwas Soziales.<\/p>\n<p>Es geht nicht ohne Disput und Diskurs. Wenn Streit gelebt und miteinander ausgetragen wird, ist das wunderbar.<\/p>\n<p><em>Was erhoffen Sie sich vom heutigen Workshop?<br \/>\n<\/em>5. Als Vertreterin der Verwaltung habe ich den Wunsch, dass wir alle als B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger vor Ort mit den Politikerinnen und Politikern noch mehr reden.<br \/>\nOffene Treffs in den Quartieren sind ein wichtiger Teil einer<br \/>\nneuen Architektur des Sozialen. Wir m\u00fcssen noch viel st\u00e4rker kommunizieren, wie wichtig der Offene Treff und die Entwicklungen, die dort passieren, f\u00fcr den Alltag der Menschen im Quartier sind.<br \/>\nWir sollten st\u00e4rker betonen, dass das Politische privat ist. Das Politische soll in den Offenen Treffs noch viel st\u00e4rker diskutiert werden, um die gef\u00fchlte Distanz zwischen dem was politisch entschieden wird und dem Alltag der B\u00fcrger aufzul\u00f6sen.<br \/>\nIch w\u00fcnsche mir, dass wir die Br\u00fcckenfunktion des Offenen Treffs und die Bedeutung im Sozialraum, dieses Leben und die Freude, die hier stattfinden, den Entscheidungstr\u00e4gern mitteilen und deutlich machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol>\n<li><em>Frage eines Teilnehmers: Das bedeutet aber auch, dass Politiker zuh\u00f6ren m\u00fcssen. Meiner Erfahrung nach ist das nicht immer der Fall. Wie sehen Sie das?<\/em><br \/>\nDie Frage, die sich mir hier eher stellt, ist: Gehen wir als B\u00fcrger wirklich in den Dialog mit den Abgeordneten? Der Dialog hat immer zwei Seiten. Wir m\u00fcssen den Terminus \u201edie Politik\u201c bzw. \u201edie Politiker\u201c herunterbrechen auf einzelne Gesichter, und mit den Abgeordneten in unseren Wahlkreisen sprechen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Dialog mit Dr. Tho Ha Vinh<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><em>Welche Erfahrungen haben sie mit dem Offenen Treff gemacht?<\/em><br \/>\nDer Offene Treff wie er hier dargestellt wird ist f\u00fcr mich ein neuer Begriff, aber keine neue Erfahrung. Denn das wichtige Element im Bruttonationalgl\u00fcck ist ja gerade der Gedanke, dass die Gesellschaft keine Maschine ist. F\u00fcr mich ist die Gesellschaft ein Organismus, und aus der Natur wissen wird, dass Biodiversit\u00e4t die Voraussetzung ist, dass die Natur \u00fcberhaupt leben kann. Wir tendieren jedoch dazu \u2013 analog zur Landwirtschaft \u2013 soziale Monokulturen zu erzeugen: Alte mit Alten, Kinder mit Kindern, Arme mit Armen. Dann wundern wir uns, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet.<br \/>\nMonokultur kann nur durch intensive menschliche Inputs aufgebrochen werden. Wir brauchen Diversit\u00e4t, um vollst\u00e4ndige Menschen zu sein. Und Menschsein umfasst das ganze Leben von der Krippe bis zum Grab \u2013 nicht wie in der Wirtschaft nur die Jahre, in denen man produktiv ist. Davor und danach ist man Empf\u00e4nger von Sozialleistungen. Und das ist ein v\u00f6llig falsches Menschenbild.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Es geht darum, R\u00e4ume zu schaffen, in denen jeder ein Beitragender ist, nicht nur ein Empf\u00e4nger.<\/strong> Sonst geben die Wohlhabenden oder die Sozialarbeiter dem Rand der Gesellschaft immer irgendwas. Aber es gibt keinen Rand der Gesellschaft, das ist ein falsches Konzept. Es gibt einen Organismus, und alle Organe sind gleich wichtig. Jeder, der an diesem Organismus teilhat, sollte eine Stimme haben.<\/p>\n<p>Gerade die Stimmen, die im Allgemeinen nicht geh\u00f6rt werden, sind die wichtigsten. Denn diese machen uns darauf aufmerksam, was mit dem System nicht funktioniert. Wir sollten in ihnen nicht die Armen sehen, die wir karitativ unterst\u00fctzen m\u00fcssen, sondern die Stimmen, die uns fehlen um zu verstehen, wie unsere Gesellschaft funktioniert. <strong>Wir brauchen Gelegenheiten, diese Stimmen wahrzunehmen, also offene, soziale Orte. Das sind die Heilkr\u00e4fte des Systems. <\/strong><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em>Wie kann ich ihrer Meinung nach diesen offenen Raum f\u00fcr soziale Begegnungen halten?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Es gibt \u00e4u\u00dfere und innere Bedingungen, und zwischen diesen muss man ein Gleichgewicht herstellen. Die \u00e4u\u00dferen Bedingungen wie der physische Raum sind wichtig, diese liegen in der sozialpolitischen Verantwortung. Die inneren Bedingungen bauen darauf, dass wir aufeinander h\u00f6ren. Denn wenn es einen Ort gibt, an dem ich das Gef\u00fchl habe: Egal wer ich bin, ich werde hier geh\u00f6rt, dann ist es ein Ort, an den ich hingehen m\u00f6chte. Ich gehe nicht dorthin, weil ich muss oder mich verpflichtet f\u00fchle. Es ist eine tiefe innere Sehnsucht, aufeinander einzugehen. Das braucht unsere Gesellschaft: <strong>Dass wir wirklich Orte schaffen, an denen die Menschen geh\u00f6rt werden. <\/strong>Das wird die Dauerhaftigkeit dieser Orte sicherstellen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Was ist mit einem Ort f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Streit? Wie muss er beschaffen sein?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Streitkultur wird bei uns sehr gepflegt. Aber <strong>wir brauchen Orte des Verst\u00e4ndnisses, an denen wir wirklich aufeinander h\u00f6ren<\/strong>. Dann h\u00f6rt man nat\u00fcrlich auch, dass wir verschiedene Meinungen haben. Biodiversit\u00e4t besteht ja gerade darin, dass es verschiedene Pflanzen und Tierarten gibt und diese sich erg\u00e4nzen. So erg\u00e4nzen sich verschiedene Meinungen. Das sind verschiedene Gesichtspunkte, die uns der Wirklichkeit n\u00e4herbringen.<br \/>\nEs geht nicht so sehr darum zu streiten, sondern diese Gesichtspunkte wahr und ernst zu nehmen. Das Problem versch\u00e4rft sich mit den sozialen Medien, weil dadurch die Illusion entsteht, dass man denkt, alle Leute auf der Welt denken wie man selbst.<br \/>\n<strong>Wichtig sind Orte, an denen die Verschiedenheit zum Tragen kommt.<\/strong> Das Ziel ist, dass man aushalten lernt. Auch wenn jemand v\u00f6llig anders denkt, muss ich ihn nicht \u00fcberzeugen, sondern ich muss diese andere Meinung annehmen.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><em>Welche Eigenschaften m\u00fcssen Gastgeberinnen eines Offenen Treff mitbringen, dass dieser erfolgreich sein kann? Und welche Unterst\u00fctzung brauchen Sie daf\u00fcr?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>[Erl\u00e4utert zun\u00e4chst die Forschungen von Prof. Dr. Tania Singer vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und verweist auf die Mitgef\u00fchlsmediation.]<br \/>\nGastgeberinnen und alle Menschen, die sich karitativ engagieren, m\u00fcssen lernen, auf sich selbst zu achten. Sie sind f\u00fcr andere da, aber sie m\u00fcssen sich selbst auch st\u00e4rken und pflegen, damit sie daran nicht kaputtgehen.<br \/>\nEine andere wichtige F\u00e4higkeit ist die Kunst und die verschiedenen Stufen des Zuh\u00f6rens. Es geht dabei nicht nur darum, aufmerksam zu sein, sondern man kann lernen, in jeder Situation die richtige Ebene des Zuh\u00f6rens zu verwenden.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><em>Fragen von Teilnehmerinnen: Die Toleranz ist wichtig, wie kann diese trainiert werden? Wie und wo kann man diese Methoden erlernen?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Es gibt eine ganze Reihe von \u00dcbungen, zum Beispiel in einer Dreiergruppe. Jeder Teilnehmer versucht dabei, zun\u00e4chst \u00fcber etwas zu reden, das er stark vertreten kann. Danach redet er \u00fcber dieses Thema ganz ehrlich in der Rolle eines Menschen, der die entgegengesetzte Meinung vertritt. Man versucht sich wirklich in diesen Menschen hineinzuversetzen. Als drittes versucht man das Thema aus Sicht einer nicht-menschlichen Stimme darzustellen, z.B. Gesellschaft, Natur. Die meisten Menschen, die das machen, weinen dabei. Denn sie merken, dass es nicht nur einen Gesichtspunkt gibt und die anderen auch ihre Berechtigung haben.<br \/>\nHinweise auf Kurse:<br \/>\nTania Singer: Das ReSource Projekt<\/p>\n<p>Joanna Macy: Tiefen\u00f6kologie<\/p>\n<p>Anna Deparnay-Grunenberg: AbenteuerWandel (Tiefen\u00f6kologie, Prozessbegleitung)<\/p>\n<p>GNH-Center, Bhutan: Ausbildungen in englischer Sprache<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><em>Frage einer Teilnehmerin: Sie sagten, wir lernen, dass wir unterschiedliche Meinungen haben und diese annehmen m\u00fcssen. Hei\u00dft das auch, dass ich akzeptieren muss, dass ich mit bestimmten Menschen nicht zusammenleben kann, weil die Lebensmodelle zu unterschiedlich sind?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das kann nat\u00fcrlich in der Praxis geschehen. Aber ich gehe davon aus, dass wir als Menschen mehr gemeinsam haben als uns trennt. Beim \u00dcberzeugen geht man immer davon aus, das Problem liegt beim anderen. Aber man muss bei sich selbst nach blinden Flecken suchen und erkennen, was man selbst nicht wahrnimmt. Es gibt Menschen, die nicht die M\u00f6glichkeit haben, mit anderen Meinungen in Kontakt zu kommen. <strong>Und deshalb ist die gro\u00dfe Aufgabe, Orte und Gelegenheiten zu schaffen, wo Menschen zusammenkommen, die sonst nie miteinander reden w\u00fcrden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorgelesene Geschichte: Entstehen eines Offenen Treffs<\/strong><\/p>\n<p>Mit Hilfe der Geschichte sollten die Teilnehmer nach der Mittagspause wieder in den \u201eRaum\u201c geholt werden. Es sollte auf andere Weise und ganz konkret dargestellt werden, warum sich Offene Treffs bilden und aufgrund welcher Bed\u00fcrfnisse Menschen R\u00e4ume suchen, um sich zu treffen. In der Geschichte treffen Personen zuf\u00e4llig aufeinander, die sich nicht kennen. Aber sie haben alle ein gemeinsames Ziel: Sie wollen einen Ort, an dem sie sich austauschen, wohlf\u00fchlen und zur\u00fccklehnen k\u00f6nnen, einen Ort, an dem sie sich einbringen, aber auch die Ruhe genie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Konzeption und Dreh von Werbespots f\u00fcr den Offenen Treff<\/strong><\/p>\n<p>Nach der A-Z-Abfrage und einem offenen Austausch zum Offenen Treff (Ergebnisse siehe Dokumentation des Gallery Walks) wurden die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt. Aufgabe war die Konzeption eines ca. 30-sek\u00fcndigen Werbespots zum Offenen Treff. Was macht den Offenen Treff aus, was ist das Besondere daran, warum gehen wir hin? F\u00fcr die Umsetzung bekamen die Teilnehmer einige Ideen mit auf den Weg, waren aber frei in dem, was sie daraus machten. Es sind drei ganz unterschiedliche Filme entstanden. Die Videos k\u00f6nnen in der Tagungsdokumentation angeschaut werden.<\/p>\n<p>Jasmin Horber, Gesch\u00e4ftsstelle M\u00fctterforum Baden-W\u00fcrttemberg e. V., www.muetterforum.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0&#8222;Offener Treff &#8211; Willkommen ohne Wenn und Aber&#8220; Wie wird der Offene Treff zum Lern- und Begegnungsort im Stadtteilzentrum? 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