"Gemeinsam statt einsam"

Alle reden vom Netzwerken –
die “Altenknüpfer“ haben eines geknüpft

Ein Blick über Heslach hinaus, doch ein Beispiel, das auch Heslach gut zu Gesicht stehen kann: Im Scharnhauser Park in Ostfildern haben elf Menschen – fünf Ehepaare und eine alleinlebende Bewohnerin – ihr Wohn- und Lebenskonzept verwirklicht. Die “Altenknüpfer“ leben seit mehr als 10 Jahren in ihrem selbstorganisierten Wohn- und Nachbarschaftsprojekt gemeinschaftlich und dennoch jeweils in ihren eigenen vier Wänden zusammen.

Sonja Wörtmann und Claus Sendler vermittelten den Besuchern ein lebendiges Bild über ihre Form der Wohngemeinschaft – ein Netzwerk von Senioren, für die sich das nachbarschaftliche Miteinander zum Lebensinhalt entwickelt hat. Es ist zum wesentlichen Bestandteil für ihre Lebensqualität geworden, die inzwischen auch auf die weiteren Bewohner von 20 Wohnungen in den beiden “Stadtvillen“, wie sie die Altenknüpfer nennen, übergreift. Die Hälfte davon hat Migrationshintergrund – es ist zu einem belebenden Multikulti-Wohnnetzwerk geworden.

Die beiden Altenknüpfer unterstrichen in ihrer Vorstellung, wie wichtig es ist, in der Entstehungsphase eines solchen Wohnprojektes Menschen zu finden, bei denen die “Chemie stimmt“ und die bereit sind, einen geplanten gemeinsamen Weg des Wohnens verantwortlich mitzugehen. Sehr anschaulich berichteten sie, wie ihr heutiges Leben in ihrem Nachbarschaftsnetzwerk aussieht, was sie an Aktivitäten unternehmen oder auch nicht tun, wie sie sich gegenseitig unterstützen – kurz, wie ihr Miteinander des “Gemeinsam statt einsam“ aussieht.

Am Ende brachte es Claus Sendler, lange Zeit Süd-Bürger aus Kaltental, auf den Punkt: Mit ihrem Leitsatz “Jeder sollte das Maß an Nähe und Distanz respektieren, das der andere braucht“, haben elf Senioren ihre Wohn- und Lebensform verwirklicht.

2 Gedanken zu „"Gemeinsam statt einsam"“

  1. hallo,
    ihre Art des Zusammenlebens und den Artikel darüber finde ich sehr gut.
    Meine Frau und ich wohnen hier in Heumaden zur Miete und überlegen schon länger – nur noch nicht intensiv genug -, ob nicht so eine Wohnform bei uns hier in Heumaden oder Sillenbuch möglich wäre.
    Meine Frau geht nächstes Jahr in Ruhestand und spätestens da wird es spruchreif.
    Wenn bekannt wird, dass hier auch so etwas entsteht, wäre ich über eine Nachricht sehr dankbar.
    Freundliche Grüße
    Roland Steidinger

  2. Hallo Herr Roland Steidinger,
    im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe von ’Heslach im Blick’ – so zeigt sich – kommen wir den Interessen von immer mehr Bürgerinnen und Bürgern entgegen: Die Zukunft vieler liegt in neuen Wohn- und Lebensformen auf selbstbestimmter Basis.

    Mit diesen Informationsveranstaltungen geben wir Interessenten Impulse und Anregungen. In Ihrem Falle werde ich unsere Korrespondenz weitergeben an die ’Altenknüpfer’ (http://www.rainer-woertmann.de/altenknuepfer/Willkommen.html). Kontakten Sie auch gerne Sonja Wörtmann und Claus Sendler über juergen.woertmann (at) arcor.de.

    Noch ein Hinweis: Eine sehr aufschlussreiche Plattform über “Netzwerke, Neue Nachbarschaften und Quartierskonzepte“ bietet auch http://www.tp50plus.de/schwerpunkte/stuttgarter-plattform-fuer-selbsorganisiertes-gemeinschaftliches-wohnen/.

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