„Die Südbürger/innen können glücklich sein, in unserem Quartier zu leben.“

Seit Oktober 2014 ist Raiko Grieb ehrenamtlicher Bezirksvorsteher für den Stuttgarter Süden. In einem „offenen Brief“ zum Jahreswechsel 2015/2016 zeigt er ein erfreuliches und positives Bild, warum alle Bürger/innen hier im Süden in einem lebenswerten Quartier zu Hause sind. Und seiner Überzeugung nach leistet dazu auch das Generationenhaus Heslach einen bedeutenden Beitrag.


»Ein ereignisreiches Jahr 2015 ist zu Ende gegangen und wir haben das neue Jahr jüngst willkommen geheißen. Das ist ein guter Anlass, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf das zu werfen, was uns im Bezirk in 2016 aller Voraussicht nach beschäftigen wird.

Das letzte Jahr war geprägt durch die Haushaltsberatungen im Gemeinderat. Am 18. Dezember fanden sie ihren Abschluss, als der Haushalt für die Jahre 2016 und 2017 beschlossen wurde. Der Stuttgarter Süden kann sich glücklich schätzen. Denn was Anfang 2015 noch Hoffnung war, ist Realität geworden: Der Bezirk erhält ein neues Jugendhaus und eine Stadtteilbibliothek. Geschlossen stand der Bezirksbeirat hinter dem Projekt und favorisierte es auf seiner „Wunschliste“ für die Haushaltsberatungen auf Stadtebene. Diese Einigkeit und das erneute, dankenswerte finanzielle Engagement der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung, die eine Million Euro zur Verfügung stellt, haben sicherlich dazu beigetragen, dass das Projekt beim Gemeinderat Unterstützung fand.

Die Jugend im Bezirk kann sich darüber hinaus aber noch weiter freuen. Denn auch das vom Jugendrat forcierte Projekt einer Calisthenics-Anlage auf dem Südheimer Platz, bei der man an den Geräten mit seinem Eigengewicht körperliche Übungen durchführt, fand die Unterstützung des Gemeinderats. Das, aber auch viele weitere Aktionen (z. B. die vielerorts im Stadtbezirk künstlerisch neu bemalten Abfallbehälter) zeigen, welche konstruktive Rolle der Jugendrat im Bezirk wahrnimmt. Das freut mich. Umso mehr freut es mich zudem, dass sich 40 Jugendliche für die Jugendratswahl haben aufstellen lassen, die gleich zu Beginn des Jahres ansteht. Ich hoffe, dass viele Jugendliche von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

Willkommen im Süden – unter diesem Motto stand die erste Willkommensfeier für Neubürgerinnen und Neubürger, die im November auf dem Marienplatz im Rahmen des Martinimarkts stattfand. Über 8.000 Menschen ziehen jährlich in unseren schönen Bezirk. Mit diesem Willkommensfest, das aus dem Quartiersprojekt „Heslach im Blick“ entstand, soll ein Beitrag dafür geleistet werden, dass sich die Neubürgerinnen und Neubürger schnell zuhause fühlen und sich lebendige Nachbarschaften entwickeln. Das nächste Fest ist bereits in Planung und ich lade bereits jetzt alle „Alteingesessenen“ ein, ebenfalls zu kommen, die neuen Nachbarinnen und Nachbarn kennen zu lernen und den Austausch zu suchen.

Willkommen geheißen wurden im letzten Jahr auch viele Flüchtlinge, die in unserem Bezirk angekommen sind. Bereits im letzten Jahr zitierte ich an dieser Stelle Herrn Oberbürgermeister Kuhn, der in diesem Kontext auf die Verszeile eines Gedichtes von Hölderlin verweist: „Glückliches Stuttgart! Nimm freundlich den Fremdling mir auf“. Ich freue mich, dass hier vor Ort, wo die große Weltpolitik ganz konkret wird, so viele Menschen dazu beigetragen haben, dass im Sinne Hölderlins ein Zeichen gesetzt wurde. Insbesondere just zu dem Zeitpunkt, als vom Land im Haus Martinus in der Olgastraße quasi über Nacht eine neue Flüchtlingsunterkunft eröffnet wurde. Viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter kamen und boten spontan ihre Hilfe an. Ihnen, den vielen Ehrenamtlichen in den Freundeskreisen, den Betreuerinnen und Betreuern in den Unterkünften im Bezirk aber auch den Beschäftigten der Stadtverwaltung, die angesichts der täglichen Herausforderungen einen tollen Job leisten, danke ich an dieser Stelle herzlich für ihr Engagement. Sie alle setzen ein Zeichen der Menschlichkeit!

Im Bezirk gibt es – vielfach bereits seit Jahrzehnten – zudem Einrichtungen, die sich um verschiedene soziale Zielgruppen kümmern und sich für deren Interessen stark machen. Im Bezirksbeirat erhielten sie im vergangenen Jahr eine besondere Plattform: „Sozialer Süden – Vereine und Einrichtungen in Stuttgart-Süd“ hieß der Tagesordnungspunkt, unter dem sie ihre Arbeit vorstellten und auf die besonderen Schicksale und Herausforderungen ihrer Klientel aufmerksam machten. Das waren eindrückliche Berichte, die eine besondere Facette des Bezirks ins Bewusstsein rückten.

Ein Thema, das viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter im Süden beschäftigt, ist die Parkplatzsituation. Seit Oktober 2015 existiert in Teilen des Bezirks das Parkraummanagement. Im Großen und Ganzen wurde es nach meinem Eindruck gut angenommen und hat vielerorts zu einer Entlastung des Parkdrucks geführt. Dies naturgemäß nicht flächendeckend im gleichen Ausmaß; insbesondere im Bewohnerparkgebiet S 3 können in den Abendstunden nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner eine Parkmöglichkeit finden. Bei einem solchen Großprojekt ist es selbstverständlich, dass es an der einen oder anderen Stelle noch Nachbesserungsbedarf gibt und Probleme gelöst werden müssen. Aus diesem Grund werden derzeit bei einer Nachuntersuchung Verkehrserhebungen durchgeführt. Die Stadtverwaltung wird die daraus gewonnen Ergebnisse zu Jahresbeginn auswerten und entsprechende Maßnahmen erarbeiten, um die Parkplatzsituation weiter zu verbessern. Im Juni 2016 folgt dann die zweite Ausbaustufe, die weitere Teile des Stadtbezirks in das Parkraummanagement aufnehmen wird.

Neben all diesen großen Themen gab es im vergangenen Jahr aber auch viele kleinere, die z. T. auf konkrete Initiative der Bürgerinnen und Bürger angegangen wurden. So wurde beispielsweise im Gebrüder-Schmid-Weg beim Generationenhaus Heslach ein Behindertenparkplatz angeordnet, ein Durchfahrtsverbot für LKW ab 6 m Länge in der Fetzerstraße ausgesprochen, die Deutsche Post gebeten, die „Warteschlangensituation“ in ihrer Filiale in der Böblinger Straße zu verbessern, die Voraussetzungen geschaffen, um Fairtrade-Stadtbezirk zu werden, ein Wegweiser auf dem Marienplatz für das Dreigroschentheater angebracht, mit der Schließung der Tübinger Straße/Ecke Feinstraße ein erster Schritt in Richtung Umsetzung zur Fahrradstraße vollzogen, der Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz eingeweiht, die Umgestaltung der Grünfläche auf dem Bihlplatz angegangen und mit den Bauarbeiten für das Dreiecksplätzle in Kaltental begonnen.

Apropos Kaltental: Hier hat sich eine Zukunftswerkstatt gegründet, die das Anliegen des Bezirksbeirats, Teile Kaltentals als Stadtsanierungsgebiet auszuweisen, begleitet. Viele Menschen vor Ort beschäftigen sich mit der Zukunft ihres Stadtteils. Hier beteiligen sich neu Hinzugezogene als auch alteingesessene Kaltentalerinnen und Kaltentaler. Dieses Engagement gibt Schwung vor Ort und zeigt das Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner an ihrem Stadtteil.

Neben diesem Thema, das den Bezirksbeirat in diesem Jahr weiter beschäftigen wird, will er sich in 2016 besonders dem Thema Kultur widmen. Auch wird angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt sicherlich das Thema Wohnen stärker in den Fokus seiner Arbeit rücken. Besonders freut mich, dass es am 19. Februar eine Berufsmesse geben wird, bei der sich Schülerinnen und Schüler bei Unternehmen aus dem Bezirk über Berufe informieren können. Ein großes Lob geht da vorab an die mobile Jugendarbeit Süd, die die Veranstaltung maßgeblich organisiert.

Wie Sie sehen, liegt ein ereignisreiches Jahr 2015 hinter uns und spannende Themen erwarten uns im neuen Jahr. Der Bezirksbeirat als Ort, wo die Entwicklungen im Süden beraten und Empfehlungen für den Gemeinderat ausgesprochen werden, ist dabei ein Gremium, das grundsätzlich öffentlich tagt. Ich lade Sie alle ein, an den Sitzungen, die alle 14 Tage im Generationenhaus Heslach stattfinden, teilzunehmen. Denn der erste Tagesordnungspunkt ist immer den Bürgerinnen und Bürgern des Bezirks vorbehalten und Sie können Ihr Anliegen den Mitgliedern des Beirats vortragen. Als Vorsitzender des Gremiums würde ich mich freuen, Sie willkommen heißen zu dürfen.

Zum Abschluss bleibt mir, Ihnen und Ihren Lieben Glück und Gesundheit zu wünschen und dass Ihre Träume und Hoffnungen für 2016 in Erfüllung gehen mögen.«

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