„Der Stuttgarter Süden und sein Mittelpunkt, das Generationenhaus Heslach, sind ein lebendiges Beispiel dafür, wie wertvoll es ist, wenn unsere Gesellschaft von den Bürgern selbst gestaltet werden kann.“

Die spontane Begegnung mit Walter Sittler anlässlich seines Besuches im Café Nachbarschafft, zu den ihn die Initiativgruppe „Zuhause leben e. V.“ im Gebrüder Schmid Zentrum eingeladen hatte, stand in keinem Drehbuch. Und auch unser Gespräch gehörte nicht zu einer Spielszene in einem seiner zahlreichen Fernsehfilme. Der Schauspieler Walter Sittler spielte keine Rolle – mir saß der Mensch Walter Sittler gegenüber, und dabei spielte für ihn auch das, was er in seinen Filmen verkörpert, keine Rolle.


Südbürger ist er – bekennender Südbürger. Er liebt das urbane Leben und Treiben im Südquartier, es ist für ihn der Inbegriff dessen, dass er sich dort, wo er wohnt und lebt, wohl fühlt. Er schätzt das nachbarschaftliche Miteinander, den multikulturellen Austausch zwischen Menschen aus allen Ländern, das Füreinander im Für-den-anderen-Dasein, das bunte und lebendige Treiben, das gegenseitige Geben und Nehmen der Menschen, denen er begegnet, wenn er – was aus seiner Sicht selten genug vorkommt – zuhause ist. 2012 hat es ihn aus diesen Gründen in den Stuttgarter Süden gezogen … und er hat es nie bereut. Im Gegenteil: Er möchte auch gar nicht mehr wegziehen.

Und das, was für ihn das Quartier und die Menschen darin auszeichnet, spürt er auch bei seinen Besuchen im Generationenhaus Heslach: das gelebte Miteinander aller Kulturen, aller Generationen, aller Menschen ohne Berücksichtigung sozialer Unterschiede oder körperlicher Einschränkungen, für die das Haus zu einer Heimat, zu einem Ort des nachbarschaftlich geprägten Gedanken- und Meinungsaustauschs geworden ist. Für Walter Sittler ist an allen Ecken und Enden, in jedem Winkel die Empathie spürbar, vor allen Dingen bei den vielen bürgerschaftlich Engagierten (er vermeidet ganz bewusst das Wort „Ehrenamtliche“ – denn mit Ehre und mit einer amtlichen Mission haben die Menschen nichts gemein), die sich hier täglich bewegen und denen wir hier täglich begegnen.

Bürgerschaftliches Engagement, Partizipation, nachbarschaftliches Miteinander, Inklusion, Integration, Teilhabe und ähnliche sozialraumorientierte Aspekte in unserer Gesellschaft sind für Walter Sittler mehr als nur gern in den Mund genommene Bekenntnisse. Er lebt sie, in dem er selbst aktiv an den unterschiedlichen Prozessen mitwirkt und dazu beiträgt, dass es keine leeren Worthülsen bleiben. Er sieht für unsere Gesellschaft, die vor immer größeren Herausforderungen steht, nur dann eine Chance für ein ausgewogenes Miteinander, wenn dies von den Bürgern auch gestaltet und mitbestimmt wird. Für ihn ist die Politik und die Wirtschaft überfordert, unsere globale Gesellschaft, die grenzenlos unser Leben und Handeln prägt, zu formen: „Wer, wenn nicht der einzelne Bürger, wenn nicht Personen einer Gruppe, die unmittelbar zusammenleben, wenn nicht Menschen, die in überschaubaren urbanen Konstellationen leben, wissen worauf es ankommt – sie sind diejenigen, die näher dran sind, die durch ihr eigenes Engagement dazu beitragen können, um als Teil der Gesellschaft in ein nachhaltiges Ganzes zu wachsen.“

Sein Engagement zeigt sich bspw. in dem weltweit angelegten Projekt „199 kleine Helden“, das Walter Sittler mit seiner Frau Sigrid Klausmann ins Leben gerufen haben. Es ist ein Filmprojekt, bei dem welt199kleineHelden_Logo.inddweit Kinder auf ihrem Schulweg gezeigt werden, „den Weg zur Schule als Synonym für den Weg zur Bildung“. Walter Sittler will damit verdeutlichen, dass das Menschenrecht auf Bildung in der heutigen Zeit immer noch nicht für alle zugänglich ist und welche Anstrengungen Kinder unternehmen müssen, um zu diesem Recht zu gelangen. „199 kleine Helden“ soll ins Bewusstsein rücken, dass unsere Kinder ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen, um in einer lebenswerten Gesellschaft zu leben. Dies gilt es maßgeblich zu unterstützen – und dafür macht sich Walter Sittler stark.

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