Der Blick in die Zeitung

So berichtet die lokale Presse über die Vernissage
Der Stuttgarter Süden von seiner schönsten Seite

Fotowettbewerb Ein Dank an Maira Schmidt für ihren lesenswerten Beitrag vom 1.12.2014 in der Stuttgarter Zeitung / den Stuttgarter Nachrichten.
Ein weiterer Dank gilt an Mehmet Werner für einige schöne Impressionen von der Ausstellung im Café Nachbarschafft.
(–> zum Vergrößern bitte einfach auf das jeweilige Bild klicken)

     

Und nochmals der Glückwunsch an den Sieger Michael Haußmann für sein gelungenes „Heslach schläft“, das auch um diese Tageszeit sehr lebendig aussieht.
Zu sehen ist die Ausstellung noch bis Jahresende – täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr.


Als schöner Nachschlag:
Gerade eben auch in der digitalen Zeitung erschienen:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fotowettbewerb-des-generationenhauses-heslach-heslach-bei-nacht-ist-das-schoenste-motiv.090bcafb-d987-4efa-a28e-489b5aca63f8.html.


Und hier sind die Sieger-Fotos der Reihe nach zu bewundern.
http://gebrueder-schmid-zentrum.de/ausstellungen/der-stuttgarter-sueden-von-seiner-schoensten-seite/.

12 Gedanken zu „Der Blick in die Zeitung“

  1. „In meinen Bildern erscheint das, was ich immer gesucht habe. Denn es erscheint in ihnen jemand, den man freilich als Figur nicht sieht. Aber er ist in den Bildern, und zwar als einer, der selbst betrachtet.“ (Klaus Modick: „Das Grau der Karolinen“)
    Bilder einer Fotoausstellung, auf dem jedes eine Geschichte erzählt. Bilder aus einer Stadt, die jeden einzelnen Augenblick lebendig macht, wenn sich das Auge einlässt. Worte über den Stuttgarter Süden, die jedes Bild erleben lassen.
    Ist es das Bild, das eine Geschichte erzählt? Ist es die Geschichte, die ein Bild ausdrückt? Die Augenblicke gehen fließend ineinander über.


    1. Preis: „Heslach schläft“ – Michael Haußmann

    Die Stadt hat ihr Tagwerk wie jeden Tag vollbracht. Mal lebendiger und bewegter, mal gelassener und aufgeräumter. Eine Binsenweisheit, die sich immer wieder aufs Neue bewahrheitet: Jeder Tag ist gleich lang, doch unterschiedlich breit.
    Schon seit einiger Zeit bereitet sich das Meer aus Steinen und Glas, aus Beton und Asphalt, aus Holz und Sand, aus Grün und Grau auf den Abend vor, stylt sich für ihren Auftritt im Scheinwerferlicht. Der Bühnenvorhang öffnet sich zu einem neuen Schauspiel.
    Wenn sich die Sonne zur Nachtruhe begibt, macht sich die Stadt auf den Weg, mit den Millionen von Lichtern am Himmel um die Wette zu strahlen. Und der Mond schaut lächelnd zu, wenn die Stadt mit ihrem Schönheitsschlaf beginnt.


  2. 2. Preis: „Abendsonne nach dem Sommergewitter“ – Karoline Höfler
    Dichte Schwüle wabert die Hausfassaden entlang, sucht sich in den Fugen der Backsteine ein schattiges Plätzchen. Heiß flimmert es seit den Mittagsstunden über die Dächer der Stadt, schwitzend, flach atmend, träge. Über uns eine Sonne, die im Dunst eines Hochsommertages nicht müde wird, alles zu lähmen.
    Am späten Nachmittag dann ist der Siedepunkt erreicht, die Atmosphäre bricht zusammen, geballte Energie entledigt sich ihrer Hitze.
    Als könnte sie kein Wässerlein trüben, zeigt die Abendsonne ihr strahlendstes Lächeln im blank geputzten Spiegel eines Sommertages.


  3. 2. Preis: „Karlshöhe“ – Dr. Marcus Walz
    „… Meine Gedanken schweifen nun endgültig ab. Mit einem Male nehme ich die Stadt unter mir nur als den stillen Ozean wahr.

    Vielleicht war das heutige Meer der Stadt in alter Zeit ein Ozean des Sturms? Auf dem schiffbrüchige Seeleute den Schutz eines Hafens, des Hafens Colli Caroli gesucht haben, um sich im Schatten riesiger Wellingtonien auszuruhen? Der Götterbaum bleibt stumm.

    Davon erzählen die Heutigen in der Oase der Stille, auf der Insel vor dem Festland kein Wort, sie wissen von der alten Welt nur wenig. Nur derjenige, der weiß, wie arm dort unten unser Leben ist, der spürt, wie reich das Leben hier oben, auf der Karlshöhe, sein kann.“
    (Auszug aus „Ein anderes Stück Erde“ im Buch „Südseiten – Begegnungen im Stuttgarter Süden“)


  4. 4. Preis: „Der Torwächter“ – Roman Maurer
    „… Eine schöne, eine spannende, eine wechselvolle Geschichte steht auf den vergilbten Tapeten, auf den verstaubten Gardinen, auf den an einigen Stellen von Farbe abgeblätterten Zimmertüren, spricht aus den Wänden, aus den Mauern, aus den Steinen. Wie heißt es so sprichwörtlich? Sie haben das Zeug dazu, Zeugnis abzulegen …“
    Mit seinem Blick auf die Straße ist er ein stiller Beobachter. Stumm schaut er mich an, wie er schon seit Generationen nichts anderes tut. Und neugierig schaut er mich an, wie ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf der Steinmauer unterhalb des kleinen Parks sitze. Ihm ein geduldiger Zuhörer bin, der in der dämmermorgendlichen Stille seinen Worten lauscht.
    Seine leisen Worte spannen einen wunderbaren Erzählbogen, von seiner Geburt, als er Ende des 19. Jahrhunderts in Stein gemeißelt wurde, bis zum heutigen Tage. Ich habe ihm versprochen, das Leben in seiner Straße für mich zu behalten.
    (Zitat: Auszug aus „Welch ein Leben“ im Buch „Südseiten – Begegnungen im Stuttgarter Süden“)


  5. 5. Preis: „Weinberghäusle“ – Thirza Schächterle
    Ein leichtes Brot war es nie, hier an dem Hang, an dem so gut wie immer der frische Fallwind von oben, aus dem Schatten, vorbeistreicht, oft genug auch -fegt … In einer besten Lage konnte der Wein auf dieser Seite der Hügel, vom Hasenberg hinunter ins Tal nicht reifen. In richtig guten Sommern, wenn der Sommer als wirklicher Hochsommer, lange Hochwetterlagen, in denen er seinem Namen alle Ehre machte, konnte der Weinbauer mit Fug und Recht behaupten, es wird ein guter Tropfen – wenn der Herbst nicht nächtens zu früh seine Gänsehaut spüren ließ.
    Ein Stück Weinberg gedieh zur Glückssache … so erzählte es bereits der Urgroßvater. Und auch der Großvater, dann der Vater konnten ihre Reben noch so fürsorglich pflegen – zur Lese hat’s meist gelangt, zur Auslese kam es vielleicht ein-, zweimal in ihrem Leben.
    Was bleibt, sind die Erinnerungen an frühere Zeiten, von denen wir oft genug sehnsüchtig behaupten, es wären die guten, alten Zeiten gewesen. Wer weiß, was unsere Enkel und Urenkel einmal sagen werden, wenn sie über unsere Zeit, die wir heute leben, reden?!


  6. 6. Preis: „alt und neu“ – Matthias Bürgel
    Ein junges Herz, ein altes Herz. Ein Herz, das die Welt erobern will. Ein Herz, dessen Narben jedem erzählen, dass es ein erfülltes Leben erlebt, gelebt hat. Zwei Herzen in einer Brust, und dennoch schlagen sie im gleichen Takt.
    Sie kommen gut miteinander aus. Das eine schöpft aus dem Reichtum unübersehbarer Lebenslinien – ausgeprägt, einprägend. Das andere hat die Kraft, sich allem, was ihm begegnet, erfrischend anzunehmen – einladend, aufladend.
    Zwischen den Steinen, ähnlich den Landkarten der eigenen Exkursionen, steht unser Leben geschrieben. Im gemeinsamen Nebeneinander bleiben unsere Herzen lebendig.


  7. 7. Preis: „Regenbogen über dem Heusteigviertel“ – Andy Ridder
    Und plötzlich stand es vor mir, das Inferno. Die Welt geht unter. Ein Wolkenbruch, im wahrsten Sinne des Wortes, aus heiterem Himmel. Der dunkle Wahnsinn. Es schüttet aus Kübeln, es stürmt wie verrückt. Zehn Minuten später ist alles vorbei. So, als wäre nichts geschehen. Hinter den Dächern verschwindet es pechschwarz. Über den Höhen strahlt wieder die Sonne, der Himmel. Und dann erscheint er: der Regenbogen, der Sonnenbogen. Überspannt rechts und links, links und rechts den Horizont, taucht ein in die Stadt.
    Als Kind habe ich gehört, wer einen Regenbogen sieht, hat einen Wunsch frei. Also gut, dann wünsche ich mir …
    Sag ich nicht! Weil man seinen Wunsch nicht verraten darf, sonst geht er nicht Erfüllung. Und weil du es eh schon weißt. Denn die letzte Wolke über mir hat dir diesen Wunsch mitgeteilt. Sie hat es mir ganz fest versprochen.


  8. 8. Preis: „Balkone“ – Tilman Schulze
    „Vom Gestern ist die Rede. Besser gesagt, das Schweigen. Obwohl [man] die Vergangenheit nicht mehr erwähnen will,

    Vor [dem] Auge entsteht der Entwurf einer Landschaft, deren Teile aus Erinnerungen und Gefühlen bereits vorhanden sind.

    Und [man] hofft, dass der Morgen noch einmal zurückkommt, an dem die Sonne keine Schatten wirft … Mehrmals am Tag wechselt das Licht, Wolken schieben sich durch die Sonne. [Man] hat nie richtig erkennen können, wie der Himmel … seine Zufälle inszeniert … . Es riecht nach untergehender Sonne, die Sonnenblumen in den Gärten sind soweit, Schatten an die Hauswände zu werfen. Durch die Gärten geht eine Stille, fast ohne Bewegung. …“
    (Zitat: Auszüge aus „Im fernen Spiegel des Meeres“ im Buch „nordostsüdwestwärts – Horizonte“; noch nicht veröffentlicht)


  9. 9. Preis: „Farben des Südens“ – Rosalinde Philippin-Lipscomb
    Vor dem Café. Der einzigartige Geschmack eines Cappuccino, der unvergleichliche Geruch eines Kaffees. Und ich höre der Stadt zu, dort wo ich sitze, in Color.
    Der Fahrradklingel, die mir zuwinkt. Dem Wind im Straßenbaum, der mir ein Lied spielt. Dem Kinderwagen, in dem ein junger Mensch im Gleichklang mit den ungeölten Rädern vor Lachen quietscht. Dem Klappern der Tassen, die einem aufgeräumten Weg entgegensehen. Dem Hüpfen eines Balles, der auf dem Asphalt trommelt. Dem Knarzen einer Eingangstür, die krachend ins Schloss fällt. Dem Rascheln einer Einkaufstüte, aus der noch warme Brötchen knuspern.
    Im Kaffeesatz meiner leeren Tasse lese ich die Geschichte meines Quartiers, die mit Buntstiften geschrieben ist.


  10. 9. Preis: „Danke, dass du schön bist“ – Domenico Mazza
    Inspiration ist aller Anfang unserer Phantasie. Wir müssen uns nur darauf einlassen, unserer Inspiration einen freien Raum zu schaffen, den Impressionen vor unseren Augen einen freien Zugang zu den Gedanken zu öffnen. Aus dem Sehen entwickelt sich eine orchestrale Sinfonie, für alle Sinne wahrzunehmen.
    Unser Augenmerk frei zu entfalten. Unsere Gedanken lernen, sich frei zu bewegen – sie hören, sie riechen, sie fühlen, sie schmecken, was uns das Auge zu sagen hat.
    Und mit einem Male blüht es auch aus dem seelenlosesten Stein, aus der trostlosesten Wüste, aus dem leblosesten Pflaster. In unserer Phantasie erwacht jede Inspiration zum Leben.

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